Biographie

 

Alexandra Senfft ist Islamwissenschaftlerin (Near and Middle Eastern Studies, University of St. Andrews und Universität Hamburg). Sie hat ein englisches Abitur und kurzzeitig in Perugia, Paris, Kairo und Amman studiert.

1987 Magister Artium in Islamwissenschaft, Germanistik und Anglistik. Ab 1984 reiste Senfft regelmäßig in den Nahen Osten.

Ende der 1980er Jahre war Senfft zwei Jahre ohne Parteimitgliedschaft Nahostreferentin der GRÜNEN im Deutschen Bundestag. Anfang 1990 war Senfft als Beobachterin des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) in der Westbank tätig, um die Zwischenfälle zwischen palästinensischen Aufständischen und israelischem Militär zu dokumentieren. Anschließend war Senfft ein Jahr UNRWA-Pressespecherin im Gazastreifen und erlebte dort sowohl die Intifada als auch den Golfkrieg von 1991. Während dieser Aufenthalte in den palästinensischen Gebieten pflegte sie zugleich stets enge Kontakte zu Israelis aus der Friedensbewegung, zu israelischen Menschenrechtlern,  Journalisten und Akademikern.

 

Ab 1991 war Senfft auch langjährige freie Mitarbeiterin der Heinrich Böll Stiftung, für die sie zwischen 1992 und 2005 in Israel Projekte im Bereich Zivilgesellschaft – Minderheiten, Arbeitsrechte, Frauenrechte – evaluierte. Ein Jahr arbeitete sie als Redakteurin in der Talkshow »0137« vom Fernsehsender Premiere mit Roger Willemsen und Sandra Maischberger in Hamburg. 1992 folgten weitere zwei Jahre als Nachrichtenredakteurin und Reporterin für VOX in Köln.

Von 1991 an schrieb Senfft als freie Journalistin, u. a. für die Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT, die Frankfurter Rundschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die tageszeitung, die Jüdische Allgemeine, Die Blätter für deutsche und internationale Politik, die KAS Auslandsinformationen, den Züricher Tages-Anzeiger, SPIEGEL-online, Brigitte Woman, Qantara.de, Journal21 und viele andere mehr. Heute ist sie vor allem für den FREITAG und ausländische Medien tätig.

Sechs Jahre lang war Alexandra Senfft Mitglied im Vorstand des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten diAk e. V. (Hamburg) >> www.diak.org. In dieser Funktion gab sie u. a. die Zeitschrift »Israel & Palästina« mit heraus.

Seit dem Jahr 2000 arbeitete Senfft auch häufig mit der Körber-Stiftung in Hamburg zusammen. Dazu gehörten Projekte wie der deutsch-türkische Dialog und vor allem die Zusammenarbeit mit dem israelischen Psychologen und Praktiker Dan Bar-On im dreijährigen Dialog-Trainingsseminar »Storytelling in Conflict« (2006-2008).

2007 erschien Senffts Buch »Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte« beim »claassen Verlag« und 2008 als Taschenbuch bei »List«, das auf ein breites Medienecho stieß, u. v. a. »Titel Thesen Temperamente«, Der Spiegel, DIE ZEIT, Süddeutsche Zeitung, taz, Zwischentöne (Deutschlandfunk) oder west.art am sonntag (WDR). Für ihre Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte in Folge der Zeit des Nationalsozialismus, ist die Autorin 2008 mit dem Deutschen Biographiepreis ausgezeichnet worden.

2008 gab Senfft mit dem Wiener Politologen John Bunzl das Buch »Zwischen Antisemitismus und Islamophobie. Vorurteile und Projektionen in Europa und Nahost« heraus. Im selben Jahr war Senfft Kuratorin für das soziologisch-politische Rahmenprogramm von »Access to Israel. Israelische Gegenwartskunst« im Jüdischen Museum Frankfurt am Main. 2009 erschien Senffts Buch „Fremder Feind, so nah“, in dem sie Dialoge zwischen Palästinensern und Israelis aus deutscher Sicht beschreibt. 2010 Teilnahme an der internationalen Konferenz des »Palestinian-Israeli Peace NGO Forum« und der Region Toskana in Florenz: »Europe’s Role in the Resolution of the Palestinian-Israeli Conflict:promoting a better understanding of relations between groups in conflict in the fields of Education, Media and Human Security«.

 

 

 

 

 

 

 

 

2016 erschien ihr neues Buch „Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte“, das seit 2017 auch als Taschenbuch erhältlich ist.

Alexandra Senfft tritt in Deutschland und im Ausland auf Podien, im Fernsehen, Radio oder in Dokumentarfilmen auf. Darunter z. B. das Körber Forum Hamburg, der Jüdische Salon »Café Leonar« und das Thalia Theater sowie das  Harbour Festival Hamburg, das Jüdische Museum Frankfurt, Leo Baeck College London, Harrow & Wembley Progressive Synagogue und University College of London, Austin Riggs Center (Stockbridge, USA) oder Ben Gurion University (Beer Sheva, Israe) sowie RTE Fernsehen Irland.

Alexandra Senfft hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann und vielen Tieren in der Nähe von München und in Griechenland.

Foto: Alexandra Senfft

Foto: Alexandra Senfft